Die Enthaltung der LINKEN-Fraktion war im Rahmen des parlamentarischen Theaters völlig unnötig und ist lange über den Tag hinaus blamabel. Jede und jeder, die Augen und Ohren haben, hätten nüchtern und realistisch feststellen können, dass die Junge Suppe niemals ihre Mandate und die Regierung Merz ernsthaft gefährden würden.
Ein Beitrag von Thies Gleis
Viel bedeutsamer als die Pupserei der Jungen Suppe waren die harten Forderungen der Arbeitgeber- und Kapitalverbände in dieser Sache. Um sie zu beruhigen wurde der Aufstand der Jungen Suppe, der sonst mit einem Wort des Fraktionschefs und der Drohung, ein paar Karriere- und sonstige Versprechen zu verlieren, beendet worden wäre, öffentlich aufgebauscht und zelebriert. Auf die Hauptstadt- und Parlamentspresse ist dabei grenzenlos Verlass.
Die LINKE-Fraktion mit ihrem parlamentarischen Tunnelblick hat leider komplett mitgespielt, statt diese Performance zu durchbrechen. Selbst das ungewollte Geschenk in Form der Klassenkampf-Rhetorik von Frau Bas hat die LINKE nicht aufgegriffen.
Die LINKE verheddert sich in spekulative Nebenkämpfe, von denen der albernste ist, die CDU von ihrer Unvereinbarkeitserklärung gegenüber der LINKEN abbringen zu wollen.
Der reale Inhalt des Rentenpakets ist leider keine „Verbesserung“‘ sondern eine Festschreibung des Schlechten. Es verdient nichts als Kritik und Ablehnung.
Es wäre gut gewesen, wenn an diesem schlechten Rentenpaket die Regierung geplatzt wäre, wie die in Frankreich. Leider stand dies nie wirklich auf der Agenda.
Die Bilanz des ganzen Schlamassels ist: Hoher Glaubwürdigkeitsverlust der Partei Die Linke. Allein die Spezies bestimmter sozialdemokratischer Funktionärinnen und Funktionäre begeistert sich an solchen bizarren „Kleineres-Übel-Lobpreisungen“. Die GRÜNEN und die AFD können sich freuen, sich als einzige Oppositionspartei inszeniert zu haben. Letztlich begibt sich die Fraktion im Parlament in einen Rechtfertigungskokon, der alle guten Vibrations aus dem LINKE-Aufschwung der letzten Monate ersticken wird.