Die Partei hadert mit ihrer Rolle und Verantwortung

Geraer Sozialistischer Dialog (GSD): Auswertung des Europaparteitages und der Bundesvertreterversammlung der LINKEN vom 14. bis 16. Februar 2014 in Hamburg

Die EU ist neoliberal, militaristisch und weithin undemokratisch!
DIE LINKE hätte gut daran getan, mit dieser Wahrheit selbstbewußt in den anstehenden Wahlkampf für das Europaparlament zu gehen. Der gesellschaftliche Unmut über die immer offenkundigere Entmündigung der Bevölkerung und selbst der Parlamente durch die Troika, über die Militarisierung der internationalen Beziehungen insbesondere der deutschen Militäreinsätze sowie über die Zerstörung historisch errungener Sozialstaatlichkeit ist ausgeprägt. DIE LINKE hat große Möglichkeiten und Verantwortung, diesem Unmut eine kämpferische progressive Richtung zu geben – durch historisch-analytische Offenlegung der imperialistischen Wurzeln der EU, klare Worte für die soziale Dramatik und damit radikale Änderungsnotwendigkeit der aktuellen Lage sowie einer offensiven internationalistischen Perspektive. Weiterlesen →

Politische Auseinandersetzungen oder Cliquenkämpfe?

Zur Struktur- und Finanzdebatte in der niedersächsischen LINKEN. Anmerkungen von Heino Berg zu einem Artikel von Manfred Sohn.

In seinen hier dokumentierten „Nachbetrachtungen“ hat der Landesvorsitzende der niedersächsischen LINKEN, Manfred Sohn, den Goslarer Parteitag kommentiert. Die Kritik von Linksjugend, KPF und AKL daran, daß sich die Landespartei dort mit keinem Beschluss zum Richtungsstreit über die Europapolitik und die Kandidatenliste positioniert hat, hält er für „naiv“ und äußert sich auch nachträglich mit keinem Wort zu der politischen Rechtsverschiebung, die nach Meinung fast aller Beobachter beim Hamburger Bundesparteitag stattgefunden hat.
Umso ausführlicher beschäftigt sich der Landesvorsitzende mit Satzungs- und Finanzfragen. Selbstverständlich können diese große Bedeutung für die Entwicklung einer Partei haben. Das bestreitet niemand. Die AKL wollte diese jedoch in Goslar keineswegs von der Tagesordnung absetzen, sondern NACH der Diskussion und Abstimmung über die inhaltlichen Schlüsselfragen aufrufen. Das hätte dazu beitragen können,  unsachliche und personenbezogene Auseinandersetzungen zu vermeiden, die dort leider zu besichtigen waren. Weiterlesen →

DIE LINKE nach dem Europaparteitag

Schritte in die falsche Richtung – jetzt die Linke in der LINKEN stärken! Von Heino Berg

Vielen Presseberichten über den Europaparteitag zufolge hat Gregor Gysi die sogenannten „Radikalen“ in Hamburg in Schach gehalten und die Linkspartei dort „auf Regierungsfähigkeit getrimmt“. Vieles daran ist sicher Wunschdenken in den bürgerlichen Medien und in der SPD: Die Kritik an seinen EU-freundlichen Positionen war auf dem Parteitag nicht zu überhören. Richtig bleibt aber, dass den Regierungsambitionen von Teilen der Parteiführung in Hamburg politische Wahrheiten über den Charakter der Europäischen Union geopfert wurden – und KandidatInnen, die ihnen im Europaparlament eine glaubwürdige Stimmen verleihen könnten. Weiterlesen →

Schritte in die falsche Richtung – Entpolitisierung des Europawahlprogramms und der Partei

Zum Ausgang des Europaparteitages stellt der AKL-BundessprecherInnen-Rat fest:

1. Der Europa-Parteitag hat für die LINKE keine guten Beschlüsse gefasst.

In der Mitgliedschaft und auch im Parteivorstand wurden bis unmittelbar vor dem Parteitag zwei Wahlprogrammentwürfe diskutiert. In beiden gab es Ansätze, die grundlegenden Positionen der LINKEN aus dem Erfurter Programm sowie die aktuellen Herausforderungen aus der tiefen Krise des kapitalistischen EU-Projektes aufzugreifen. Der Parteitag wurde dann in beispiellos undemokratischer Weise zu einem Kurswechsel zugunsten einer abstrakten „Pro-Europa-Haltung“ gezwungen. Wir halten dieses Verfahren und auch sein Ergebnis für sehr bedenklich und einen weiteren Schritt in der Entpolitisierung unserer Partei. Die AKL wird es niemals akzeptieren, dass ein beliebiges Interview des Fraktionsvorsitzenden wichtiger sein soll als programmatische und demokratisch erwirkte Parteibeschlüsse. Weiterlesen →

Bewegung gegen Privatisierungen

Hintergrundpapier zu den Sozialprotesten in Bosnien-Herzegowina. Von Inge Höger

Bereits 2011 schrieb der linke kroatische Publizist Igor Štiks, dass es auf dem Balkan genauso unverhofft zu einem Massenaufstand kommen kann wie im arabischen Raum. Seit dem 5. Februar ist Bosnien-Herzegowina dieser Perspektive einen Schritt näher gekommen. Zehntausende Menschen haben seitdem gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und Privatisierungen demonstriert. Inzwischen sind zahlreiche lokale FunktionsträgerInnen zurückgetreten. Es finden weiterhin in vielen Städten landesweit täglich Demos mit bis zu 1000 Teilnehmenden statt. Weiterlesen →

Der schnöden Machtpolitik der Parteirechten gemeinsam begegnen

Nach dem Europaparteitag der LINKEN: eine etwas triste Bilanz…. Von Rainer Beuthel

Wer nicht selbst am Hamburger Europaparteitag der Partei DIE LINKE am 15./16.02.2014 und an den „Strömungstreffen“ am Vorabend teilgenommen hat, wird schwer verstehen können, was an diesem Wochenende geschah: ein Schritt zur Sozialdemokratisierung infolge einer schweren Niederlage des linken Parteiflügels. Und vor allem: mit wie viel Geschick und manipulatorischer Energie dies auf den Weg gebracht wurde.
Der sogenannte Reformerflügel um das Forum Demokratischer Sozialismus, also der sozialdemokratische Flügel der Partei, hat sich vor allem bei der Aufstellung der Liste zur Europawahl im wesentlichen, also mit einer Ausnahme, gegen den linken, sozialistischen Flügel durchgesetzt. Es gelang ihm zudem, eine weichgespülte Präambel des Wahlprogramms beschließen zu lassen, worin die eigentlich völlig richtige Formulierung, daß seit dem Vertrag von Maastricht „die EU zu einer neoliberalen, militaristischen und weithin undemokratischen Macht“ geworden ist, nicht mehr vorkommt. Weiterlesen →

Auf dem Weg in die Überflüssigleit einen großen Schritt vorangekommen

Anmerkungen zum Europa-Parteitag der LINKEN. Von Thies Gleiss

1.
Die Europawahlen 2014 finden auf dem Hintergrund der tiefsten Krise des zentralen Projekts des europäischen Kapitals, der Europäischen Union, statt. Es ist genauer betrachtet eine dreifache Krise:  Die Krise der großen wirtschaftspolitischen Zielsetzungen,  Währungsunion, gemeinsamer Markt, Konkurrenzfähigkeit zu den USA und Japan; die Krise der dafür geschaffenen Strukturen und Institutionen und eine tiefe Legitimitätskrise des gesamten Projektes. Für den Mai 2014 wird deshalb von allen BeobachterInnen mit einer Abstimmung mit den Füßen gerechnet. Weiterlesen →

CDU Sachsen-Anhalt attackiert AKL

Artikel in der „Magdeburger Volksstimme“, 11.2.2014:

Magdeburg (bo) l Angesichts zunehmender Angriffe auf Polizisten verlangt die CDU „null Toleranz“ gegenüber Gewalttätern. Zugleich forderte Fraktionschef André Schröder am Freitag die Linke auf, sich von Linksextremismus zu distanzieren. Hintergrund ist, dass im Oktober 2013 sachsen-anhaltische Linke, darunter Landesvorstandsmitglied André Röthel, dem Netzwerk der „Antikapitalistischen Linken“ beigetreten sind. Diese Parteiströmung wendet sich gegen Regierungsbeteiligungen der Linken und fordert, „außerparlamentarische Proteste aufzubauen“. Schröder sagte, die Linke müsse ihr Verhältnis zu Gruppierungen klären, „die das Gewaltmonopol des Staates infrage stellen und Proteste sowie Unruhen als Mittel zur Systemveränderung unterstützen“. Weiterlesen →

Gauck und Steinmeier machen’s wie 1914

LINKE Positionierung gegen den EU-Militarismus ist dringender denn je.  Von Inge Höger

Die Ansagen führender deutscher Politiker_innen auf der Münchner „Sicherheitskonferenz“ können klarer nicht sein: Deutschland solle sich an noch mehr Kriegen weltweit beteiligen, das weltpolitische Gewicht der BRD müsse verstärkt militärisch abgesichert und erweitert werden. Dabei solle es auch mehr Militäreinsätze unter Führung der EU geben. Die Worte von Bundespräsident Joachim Gauck und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erinnern in fataler Weise an das Trommeln des Deutschen Kaisers Wilhelm II. am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Ist es ein Zufall, dass das Kriegsgeschrei am 100. Gedenkjahr dieses Krieges noch lauter ertönt? In jedem Falle mahnt die Parallele zu 1914 zur äußersten Wachsamkeit gegen Krieg und Aufrüstung. Für ein „Wehret den Anfängen“ ist es nun schon zu spät, denn die Bundeswehr ist seit 1999 aktiv an Kriegen beteiligt. Und wie vor 100 Jahren ist es die SPD, die sich schamlos für Militarisierung ausspricht. Weiterlesen →

Es gibt nur eine Richtung: Nach links

Neukonstituierung der AKL abgeschlossen

Thies Gleiss
Nach fast zweijähriger Diskussion ist die Neuaufstellung der innerparteilichen Strömung „Antikapitalistische Linke“ in der Partei DIE LINKE vorerst abgeschlossen. Eine Bundesmitgliederversammlung beschloss am 9. November 2013 in Hannover einen neuen Grundlagentext zum politischen Selbstverständnis, der den alten Gründungsaufruf der AKL von 2006 ablöst. Weiterlesen →