Granaten statt Tomaten – Gewerkschaften im Gleichschritt

Rheinmetall, und der Krieg der Gewerkschaften

Ein Artikel von Ian Nadge

Unterlüß, Lüneburger Heide. Früher ein Ort für Wandergruppen, Kleingärtner*innen und Leute, die dachten, der größte lokale Skandal sei das Preisniveau im Hofcafé. Heute? Ein Musterfall dafür, wie tief die Bundesrepublik schon im Panzerstahl steckt. Rheinmetall – Waffenhändler, Börsenliebling und stolzer Sponsor von Borussia Dortmund – will hier seine Granatenproduktion ausbauen. Logischerweise muss eine Kleingartenanlage weichen. Kein Witz, kein Theaterstück, sondern deutsche Realität 2025: Während der Planet kocht, Wohnungen fehlen und Sozialleistungen gestrichen werden, schafft die Regierung „Sondervermögen“ – nicht für Kitas oder Krankenhäuser, sondern für Panzer, Kannonen und Stahlhelme.

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Warum ich noch hier bin – oder: Flucht ist auch keine Lösung

Ein Beitrag von Ivan Neklidny

Neulich hat mich jemand gefragt, warum ich eigentlich immer noch in diesem Land bin. In diesem Deutschland, das sich politisch täglich ein kleines Stück weiter nach rechts außen dreht, als hätte es die letzten hundert Jahre einfach übersprungen. „Warum gehst du nicht einfach weg?“, hieß es. Tja – klingt erstmal nachvollziehbar. Wenn’s brennt, geht man raus. Fight-or-Flight, sagt die Biologie. Und Deutschland macht’s einem da ja wirklich nicht schwer: autoritärer Diskurs, rassistische Normalität, Repression mit Wohlfühl-Fassade. Die Flucht als gesunder Reflex? Klingt logisch. Weiterlesen

Frieden schaffen – mit so richtig vielen Waffen

Drei Jahrzehnte Militärinterventionen – drei Jahrzehnte humanitärer Bombenteppiche made by NATO

Ein Beitrag von Ian Nadge

Mitte Juni flogen US-Bomber zusammen mit den Israelischen Verteidigungkräften über Teheran und ließen Krater dort zurück, wo bis eben noch iranische Atomkraftwerke und Krankenhäuser standen. Trump sprach von einem „großartigen Erfolg“. Die iranische Regierung konterte mit der Ankündigung kleinerer Reparaturarbeiten. Alles halb so wild, wenn man’s gewohnt ist, unter Dauerbombardement die Infrastruktur zu warten. Solche militärischen Interventionen sind an sich nichts Neues. Der Westen – allen voran die USA, aber auch Deutschland im Tarnanzug der Zurückhaltung – „interveniert“ seit über drei Jahrzehnten mit der Verlässlichkeit eines Börsentickers. Immer dann, wenn irgendwo ein Rohstoff liegt oder ein Regime nicht nach der Pfeife des Weltmarkts tanzt.

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Mehr für Wenige: Der Niedersächsische Landtag gönnt sich

Ein Beitrag von Igor Larkin

Es ist Sommer, die Inflation frisst sich durch die Supermarktregale, Sozialprojekte kollabieren unter Budgetkürzungen – und der Niedersächsische Landtag? Der erhöht sich geschlossen die Diäten. Einstimmig, versteht sich. SPD, CDU, Grüne und sogar die AfD – endlich einmal wahre Einigkeit in Zeiten der Krise! Man muss eben wissen, was wichtig ist. Und das ist offenbar: mehr Geld für sich selbst

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Die Uniform sitzt wieder – aber echt eng

Pünktlich zum Veteranentag kommt die Wehrpflicht, jetzt sogar im Retro-Look

Ein Beitrag vo Ian Nadge

Wer einen Anlass braucht, um mit frisch polierten Stiefeln auf offener Straße ein paar schmissige Soldatenlieder zu jaulen, hat nun wirklich Glück. Am 15. Juni wird nun jedes Jahr und ganz offiziell der Veteranentag gefeiert – eine staatlich legitimierte Militärromantik-Feier mit Fahnen und Fanfaren, bei der man sich kollektiv daran erinnert, wie schön es ist, wenn Menschen für geopolitische Fehlentscheidungen geopfert werden. Da darf dann auch der Schulchor nochmal „Ich hatt’ einen Kameraden“ schmettern und die Lokalzeitung titelt: „Heldengedenken statt Bürgergeld“.

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Flammen über Soltau: Revolution, Werkstattpech oder doch nur heiße Luft?

Ein Artikel von Ivan Neklidny

In der beschaulichen Heidestadt Soltau – wo sich sonst Fuchs und Hase gute Nacht sagen … und manchmal der eine oder andere Panzer durchs Naturschutzgebiet brettert– brannte es in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni lichterloh. Sechs Bundeswehrfahrzeuge, auf einem Werkstattgelände abgestellt, gingen in Flammen auf. Ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe, rußgeschwärzte Überreste – und eine ganze Region im Alarmmodus. Weiterlesen

Geschlossen – wegen Kriegstreiberei: CDU-Geschäftsstelle in Göttingen zugemauert

Ein Beitrag von Ian Nadge

Göttingen, 16. Juni – Die CDU in Göttingen muss sich aktuell mit einer ungewollten architektonischen Intervention auseinandersetzen: In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni wurde der Eingang ihrer Geschäftsstelle mit Mörtel, Ziegelsteinen und einer ordentlichen Portion Entschlossenheit zugemauert, oder wie es auf zwei Plakaten vor Ort zu lesen war: „Geschlossen“ und „Wegen eurer Kriegstreiberei und rassistischen Abschottungspolitik“. Weiterlesen